P.N. Los Glaciares

Gute Nachricht: Wir sind bis nach El Calafate und mittlerweile sogar bis El Chalten gekommen, gute 900km von Punta Arenas entfernt. Eher nicht so gute Nachricht: Dieses Auto kostet Nerven. Doch dazu später mehr.

In Punta Arenas besuchten wir zum dritten Mal die Werkstatt und wurden schon freudig begrüßt. Man kennt sich. Nach fachkundigem telefonischem Rat konnten wir ein winziges Leck im Kühler ausmachen und wollten es schweißen lassen. Erster Preisvorschlag: 50.000-90.000 chilenische Pesos, also etwa 70-130 Euro. Viel zu viel! Nach einigen Rückfragen wurde uns dann doch empfohlen direkt zum Schweißer zu fahren, über den sie es abgewickelt hätten. Also ans andere Ende von Punta Arenas gefahren, die Stadt ist ein Schlauch und zieht sich endlos. Unters Auto geklettert, 50-kg-Unterbodenschutz abgeschraubt, Kühler ausgebaut, schweißen lassen, Kühler eingebaut, alles festgeschraut – wow! 15.000 Pesos gezahlt und die Erkenntnis gewonnen, dass wir in der Lage sind, kleinere Sachen selber zu schrauben. Das mein Kapuzi etwas ölverschmiert und meine Haare kühlwasserverklebt waren… geschenkt.

Nachmittags waren wir schon unterwegs und hielten abends kurz vor der argentinischen Grenze. Morgens über den winzigen Grenzübergang und mal wieder großes Kino erlebt. Unser Bus wurde auf 50.000€(!) geschätzt. Warum das so schlimm ist? Nunja, wenn wir einen Totalschaden haben und der Bus hier verschrottet werden muss, dann zahlen wir (angeblich) zwischen 100 und 200% Importzoll. Eher uncool. Nach hartem Ringen wurde uns wenigstens eine Null gestrichen…
Abends erreichten wir El Calafate, eine 20.000-Einwohner-Stadt am Lago Argentino und voll auf Touristen getrimmt. Schön war das nicht… aber darum geht es ja auch nicht, die Attraktion ist der riesige Gletscher Perito Moreno, gelegen im Südteil des Parque Nacional Los Glaciares. Wir hatten erwogen, ihn wegen des horrendes Eintritts (100 Pesos, ca. 18€ und damit weit teurer als alles bisherige) links liegen zu lassen. Gut, dass wir die Investition getätigt haben! Nun sind wir wunderschöne Eindrücke reicher… und die bleiben sicherlich. Der Gletscher kommt, wie die des P.N. Torres del Paine, vom patagonischen Inlandseis. Die Abbruchkante ist 5km lang, liegt nahezu komplett im See und ist bis zu 60 Meter hoch. Der Gletscher ist einer der wenigen wachsenden und kalbt in schöner Regelmäßigkeit. So kommt es, dass hunderte Leute am Hang stehen und dem Knacken, Brechen und Aufschlagen zuhören. Dazu die Kulisse aus weiß, blau und all dem dazwischen. Bei dem “Abbruch des Tages” waren wir leider nicht genau vor der Stelle und konnten den Bruch selber nicht sehen. Dafür sahen wir kurz nach dem Krachen das Wasser brodeln und plötzlich kam ein monströser Eisberg zum Vorschein – gute 40 Meter lang. Faszinierend, sowas mal gesehen zu haben. Einziger Wehmutstropfen waren die Wegkonstruktionen, aber das wird wohl der Preis des Massentourismus sein. Immerhin haben auch wir von achtzig geteerten Kilometern Zufahrt profitiert.


Rotel – das rollende Hotel… hielt neben uns bei unserer Kaffeepause. Innerhalb von Minuten wurden wir von interessierten Mengen umringt: Wie ist das Auto dahingekommen? Wie lang sind wir schon unterwegs? Aaah…
Die Bildqualität ist heute übrigens etwas geringer, die Uploadgeschwindigkeit ist grausam niedrig. So war das wohl früher als es noch Modems gab (:

Nach einer Nacht auf dem Parkplatz der Touristeninfo sind wir gestern nach El Chalten gefahren, 230 windige Kilometer. Das Dorf ist Ausgangspunkt zum Nordteil des P.N. Los Glaciares, der das Massiv um den Cerro Torre beinhaltet. Was für Berge! Kein Wunder, dass das Gebiet einer der wichtigsten Anlaufstellen der High-End-Bergsteigszene ist.


Südpatagonische Steppenlandschaft


40km und damit eine knappe Autostunde (scheiß!Gegenwind!) von El Chalten am Fuße des Fitz Roy entfernt

Morgen wollen wir dann losziehen und drei, vier Tage die Umgebung ablaufen. Dann haben wir auch ein paar autofreie Tage…
Ja, das Auto. Möglichkeit 1: Wir sind mittlerweile so übersensibel, dass alles, was vorher normal da war, auf einmal schrecklich klingt. Möglichkeit 2: Irgendwas läuft grade tatsächlich schrecklich schief. Möglichkeit 3: Es ist ein Mix aus beidem, es läuft tatsächlich schrecklich schief, aber einige zehntausend Kilometer hält es schon noch.
Wir haben ein Video gemacht, das wir eigentlich hochladen wollten um eine Ferndiagnose zu erbeten, aber nachdem das Internet hier Schneckentempo hat, muss das noch etwas warten.

Achso, nachdem einige Fragen kamen, wie wir Weihnachten verbringen: Lange ausschlafen (naja, bis neun), die strahlende Sonne genießen (heute morgen hatte es gute 20°C), endlich mal wieder draußen frühstücken, die Gelegenheit nutzen und Klamotten waschen (wie braun Wasser werden kann…), nachher Kaffee trinken mit Gebäck und argentinischem Weihnachtsstollen und heute abend lassen wir uns ein Weihnachtsessen raus: Wraps mit Pizza-Hawaii-Füllung, in der Pfanne mit Käse überbacken, das könnte klappen. Vielleicht noch ein, zwei chilenische Dosenbier und dann ist der Tag auch schon wieder vorbei…


Weihnachtsgrüße vom süßesten Gürteltier der Welt (wir haben es nach dem Foto von der Straße getragen… was macht es denn da auch)

Wir schließen mit Coras Weihnachtenbildern und wünschen ‘Feliz Navidad’.

[flo] + [Cora]


Weihnachtsschmuck in Punta Arenas – ein extremes Beispiel


Dieses Kätzchen hatte offenbar Spaß an Fauchens Weihnchtsschmuck

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One Response to P.N. Los Glaciares

  1. Paddy und Sanne says:

    Hey! …ihr macht ja echt was durch… wir hoffen, es ist Möglichkeit 1 ;-) … und, dass ihr bald flotteres Internet habt. Danke für eure Karte (ist schon etwas länger da ;-) ). Und natürlich Frohe Weihnachten nachträglich und guten Rutsch vorträglich :D
    Paddy und Sanne

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