Pucon, der P.N. Villarrica und der P.N. Huerquehue

Achtung Mammut-Post! Zwei Wochen und viele Eindrücke und Erlebnisse müssen irgendwie untergebracht werden. Wir haben einige Kilometer absolviert und sind, 1250 km hinter Bariloche, in Santiago. Dort und in Valparaiso (eineinhalb Busstunden entfernt) verbringen wir jetzt mindestens eine Woche, bevor wir uns über die Anden nach Mendoza bewegen.

Von Bariloche führten zwei Wege nach Pucon (Chile), unserem Zwischenziel: Der (angeblich) schöne, der sich durch die Berge schlängelt (Die Straße der sieben Seen) und der schnellere, der die Berge weitestgehend umfährt. Nachdem wir unserer alten Dame nicht mehr alles zumuten wollen, entschieden wir uns für die schnellere Variante. Wir haben die Entscheidung nicht bereut! Die Straße führte entlang eines tief türkisen Flusses, bevor sie sich an den Ufern des dazugehörigen Stausees entlangschlängelte. Die Landschaft war geprägt von patagonischer Steppe und nach so viel grün habe ich mich wieder sehr über etwas wüstigere Landschaften gefreut.
Nach kurzem Aufenthalt in Junin de los Andes überquerten wir ohne größere Probleme (dafür mit der üblichen Wartezeit) die Grenze, fuhren am Lanin vorbei, mit 3776 Metern einer der höchsten Vulkane der Gegend, und rollten über katastrophalen Schotter nach Pucon.

In Pucon angekommen, folgte der größte Kulturschock seit Ankunft in Südamerika. Wir wussten, dass die Stadt touristisch geprägt ist – aber das waren bisher fast alle, trotzdem waren sie ganz in Ordnung. Außerdem liegt die Stadt am See und der Campingplatz hat einen Strand, das klang gut und nach Erholung. Leider ist die Stadt aber DIE Attraktion für sämtliche einheimische Touristen, von denen es Anfang Februar (hier Hochsommer und Ferien) unendlich viele gibt. So war die Stadt brechend voll, ebenso der Campingplatz. Außerdem gibt es wohl keine bessere Gelegenheit, den chilenischen ‘Way of Life’ kennen zu lernen, als beim Campen… an Erholung war angesichts rund-um-die-Uhr-Beschallung mit schäbigen Elektrobeats (nach zwei Tagen kennt man alle angesagten Lieder, da alle das gleiche hören) nicht zu denken und auch sonst sah der Campingplatz streckenweise mehr nach humanitärer Katastrophe aus als nach Urlaub. Aber den Chilenen scheint die Festivalatmosphäre zu gefallen, dann wird das schon in Ordnung sein. Vielleicht war die Sozialisation auf gestriegelten deutschen Campingparzellen auch zuviel für mich… wer weiß. Da die Innenstadt ebenso anstrengend war wie der erwähnte Campingplatz, beschlossen wir, möglichst schnell wieder wandern zu gehen. Die zwei Wochen, die wir für Pucon eingeplant hatten, sollten schließlich auch mit Aktivitäten gefüllt werden.


Camping-Spießer-Idylle

Die Villarrica-Traverse

Die erste Aktivität sollte die Villarrica-Traverse sein. Da es keine Möglichkeit zum Zwischeneinstieg gab, schaffte ich es doch, Cora zur Teilhabe der kompletten Traverse zu überreden. Am Vorabend klapperte ich diverse Reiseagenturen ab, um eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Schließlich standen wir viel zu früh auf (5 Uhr) und waren schon vor Beginn der sechstägigen Wanderung platt. Optimal! Trotzdem schafften wir es, im Angesicht des rauchenden Villarricas den Weg durch Lavaflüsse und Vulkangestein zu meistern. Obwohl es eigentlich nicht so warm war – etwa 20°C im Schatten – knallte die Sonne auf dem nackten Gestein unbarmherzig herab und wir wurden sanft durchgeröstet. Gleichzeitig führten alle eingezeichneten Flüsse kein Wasser mehr – eine ungute Kombination! Unsere Campsite lag dann zwar in der Nähe des Flussbettes, aber dieses war staubtrocken. Die einzigen Reste Wasser fanden sich in kleinen Steintümpeln, aber gut sah das nicht aus. Doch was tun? Zum ersten Mal in meinem Leben vertraute ich nicht mehr nur auf Micropur, sondern kochte das Wasser ab… sicher ist sicher, Giardia lässt grüßen! Unangenehm waren auch die geschätzten zwei Milliarden Ameisen, die die Campsite (und alles darum herum) bewohnten. Ein Fuß auf den Boden gesetzt und schon kamen sie raus. So endeten wir Kniffel spielend im Zelt… als wir dann um halb zehn doch nochmal rausschauten, konnten wir unseren Augen kaum glauben: Der Villarrica leuchtete. Ich dachte, dass das Vulkanleuchten auf den Langzeitbelichtungseffekt zurückzuführen ist und man es mit eigenen Augen nicht sieht. Aber weit gefehlt! Mal weniger, mal mehr stark glühte der aus dem Vulkan kommende Rauch orange-rot. Zusammen mit den Sternen und dem aufgehenden Vollmond ein unwirkliches, aber unendlich schönes Bild!


Im Angesicht des Villarricas


es sprießt in der Lava


Cora auf dem Weg nach oben


es glüht… und eine Sternschnuppe habe ich auch noch eingefangen


die rechte Seite wird schon vom aufgehenden Vollmond beschienen

Somit wurde auch diese Nacht kürzer. Eine Viertelstunde nach unserem Start passierten wir dann einen Fluss – das hätte also die Campsite sein sollen. Oups… Anschließend ging es durch das Tal des Feuers, das ‘Valle del Fuego’. Der Name rührt von den Lavamassen her, die sich dort einmal ergossen und die wir nun zu durchqueren hatten. Ich hatte keine Ahnung, wie vielfältig Lava sein kann. Überhaupt, diese Landschaft! Ich muss dringend mal nach Island! Was für bizarre Gesteinsformationen, durchbrochen von erstarrten Lavaflüssen, kurz danach dann wieder Staubwüste… wow. Die 17 km zogen sich allerdings und am Ende waren wir, der Sonne sei Dank, wirklich fertig. Diesmal lag die Campsite wirklich an einem Fluss, tief im Araukarienwald und wir konnten schlammig graues Wasser genießen.


erstarrte Ströme


der Lanin, 3776m und lange erloschen


die letzten Meter wieder mit Vegetation


Was ist der coolste Baum im Wald? Die Araukarie, die Araukarie!

Ursprünglich waren noch vier weitere Tage vorgesehen. Der Wetterbericht für die zwei Folgetage war jedoch recht schlecht und wir waren erstmals an einem Punkt angekommen, an dem wir schlicht keine Lust hatten. Also, was tun? Glücklicherweise verfügt der P.N. Villarrica über ein ausgezeichnetes Wegenetz, das auch entsprechend gekennzeichnet ist. Also suchten wir uns eine schöne Exit-Route. Letztlich stellte sich diese als brutal heraus: Kein Wasser auf dem Weg, eine unglaubliche Hitze (von wegen schlechtes Wetter) und eine Strecke von über 20km. Wir endeten auf einer Dirt-Road, an deren Seite wir zelten wollten. Nur hatten wir den chilenischen Stacheldrahtfetisch verdrängt: Egal ob Viehzucht oder nicht, ob bewohnt oder nicht, um jedes Privatgelände muss ein Stacheldrahtzaun. Schließlich bekamen wir doch noch jemand zu Gesicht und fragten nach einer Campingmöglichkeit. Bingo! Wir durften auf der Kuh-/Schaf-/Schweine-Weide zelten (wobei wir das mit den Tieren erst herausfanden, als sie vor uns standen). Da wir nicht wussten, wie gut es um die nächtliche Sehfähigkeit der chilenischen Durchschnittskuh steht, verbarrikadierten wir uns unter einem Unterstand und ich baute noch ein ‘Kuh-Abwehr-Komplex’ aus unseren Wanderstöcken… nunja, uns ist keine Kuh ins Zelt gelaufen!

Am vierten Tag hatten wir nur noch eine Stunde Abstieg vor uns. Unten an der Straße fuhr grad ein Auto los, wir hielten den Daumen raus und wurden sofort mitgenommen. Von schreiender Einsamkeit (auf der gesamten Traverse hatten wir, bis zur Straße, drei Tage keinen einzigen Menschen gesehen) zu Erlanger-Berg-Zuständen in 20 Minuten…

Die Besteigung des Vulkan Villarrica

Nachdem ich bei der Traverse so beeindruckt vom Vulkan war, musste ich doch hoch. Problem: Die Preise lagen zwischen 35.000 und 40.000 Pesos (55 – 65€). Zuviel dafür, dass ich in einer Gruppe hochgeschleift werde und das Risiko eingehe, dass die Besteigung bei etwas Wind oder ein paar Wolken zuviel abgebrochen wird. Selber besteigen hieß die Devise, nur war die Vorbereitung schwieriger als die Besteigung selber. Hürde Nummer 1: Man darf nicht ohne Guide auf den Berg – zumindestens nicht, wenn man nicht genug Erfahrung vorweisen kann. Das ganze wird auch von er CONAF (Nationalparksverwaltung) streng kontrolliert – die stehen tatsächlich auf dem Aufstiegsweg und schauen, ob auch keine heimlich da hoch läuft. Erfahrung habe ich sicherlich, aber wie weist man sie nach? Die Antwort ist einfach: Mit einer ‘Mountaineering License’. Und was ist das? Der DAV-Ausweis zum Beispiel. Oder jeder andere Alpenvereinsausweis. Dass dieser zwar nur die Mitgliedschaft in einem der zahlreichen Alpin-Vereinen beweist, daraus aber keinerlei Rückschlüsse auf das Können der Ausweisträger abgeleitet werden können… geschenkt! Als nächstes musste ich die Ausrüstungsliste abarbeiten. Die meisten Sachen gehörten zum Standardequipment, nur Helm, Pickel und Steigeisen hatte ich nicht dabei. Also ausleihen… aber das war gar nicht so einfach. Laut Agencies ohne Guide keine Besteigung und auch kein Equipment. Am Ende fand ich eine Agentur (für Nachmacher_innen: Aqua Venturas), die mir für 7000 Pesos besagte Teile auslieh. Nun fehlte nur noch die Mitfahrgelegenheit. Die war schwieriger zu bekommen als gehofft. Der kommende Tag sah wettertechnisch gut aus und sämtliche Agency-Busse waren voll (was auch heißt, dass etwa 70 Leute hoch wollten… fast Großglockner-Zustände!). Ein Neuseeländer hatte das gleiche vor wie ich und wir einigten uns darauf, einen Extra-Bus von AquaVenturas zu nehmen. Somit war endlich alles geregelt und das Abenteuer konnte starten!
Nach viel zu kurzer Nacht (Festivalatmosphäre + chilenische Rücksichtslosigkeit lassen grüßen) klingelte um sechs Uhr der Wecker und ich schepperte mit unserem verrosteten Damenrad gen Innenstadt. Der Vulkan lag still über der Stadt und hatte eine wunderschöne Wolkenkrone. Marcus, mein neuseeländischer Mitstreiter, entschied sich zum verschlafen und so stand ich alleine da. Scheiße… alleine wäre der Bus einfach zu teuer gewesen. Aber manchmal muss man Glück haben: Ein anderer Bus nach oben war nicht voll und ich bekam für wenig Geld eine Mitfahrgelegenheit. Oben angekommen hieß es von dem mitfahrenden Tourguide, dass es zu wolkig wäre und die Besteigung deshalb eventuell nicht statt findet. Bitte was, zu wolkig? Die wolkendecke war nichtmal sehr dick, es sah aus, als würde man sie einfach durchsteigen. Das Wetter war wirklich nicht schlecht, es regnete nicht und es ging kaum Wind, warum also nicht hochgehen? Das Argument war, dass der Fels sehr brüchig sei und man Steinschläge nicht sehen kann. Na, das ist ja hervorragend! Wenn ich Steine kommen sehe, ist es meistens sowieso zu spät… und es gibt auch keine Notwendigkeit, ihnen beim Fallen zuzusehen. Gut, dass ich alleine unterwegs war… Also ab nach oben!


viel Trubel am Morgen


der Blick ins Tal

Zunächst standen 400 Höhenmeter unter einem Lift an. Da ich natürlich zu geizig war um knapp 10 Euro dafür zu zahlen, wurden die schnell hochgedrückt. Oben wartete auch schon der freundliche CONAF-Mitarbeiter und inspizierte meine Ausrüstung (für Nachmacher_innen: Lediglich Helm, Steigeisen und Pickel. Ich denke, dass Gamaschen nicht nötig wären), bevor er mir viel Glück wünschte. Danach ging es ein wenig über Fels, immer schön vorbei an den langsamen, sehr gequält aussehenden Grüppchen. Der erste Schnee kam ab 2300 Höhenmeter, also 550 Meter unterhalb des Gipfels. Fünf Minuten Pause waren genug und ich konnte vor den Agencies auf die Gletscher/Schnee-Reste. Mittlerweile war die Sicht bei etwa 20 Metern – nicht so cool. Trotzdem war die Wegfindung nicht so schwierig – einfach immer dem monströsen Trampelpfad folgen. Irgendwann wurde es heller, die Sonne brach ab und zu durch – und als ich mich das nächste Mal umschaute, sah ich eine endlose, weiße, plüschige Wolkendecke unter mir. Wie wunderschön! Ich liebe diese Momente in den Bergen, in denen man sich fühlt, als sei man fernab dieser Welt, weit über den Wolken.


der erste wolkenlose Moment


kurz vor dem Gipfel

Mit ungeahnter Leichtigkeit stieg ich die letzten Meter zum Krater – irgendwie machen sich 300 Wanderkilometer wirklich bezahlt. Nach über 1400 Höhenmetern und drei Stunden stand ich alleine oben und hatte eine großartige Aussicht über das Tal. Nur mit dem Krater war es nicht so spannend wie erwartet. Manchmal kann man ihn mit etwas Glück umrunden, aber daran war nicht zu denken. Oben pfiff der Wind doch ordentlich und gleichzeitig rauchte der Vulkan an diesem Tag stark. Jetzt weiß ich auch, dass es kein Wasserdampf ist, der da rauskommt! Nach Praktikumserfahrung würde ich eher auf Schwefelsäurebasis tippen, auf jeden Fall bestens geeignet um die Schleimhäute zu verätzen. Somit wurde es nichts mit einem Blick auf den Magmasee im Kraterinneren – schade, aber angesichts des Ausblicks konnte ich drauf verzichten.


Kraterpanorama


der Lanin, mal wieder


Gruppe um Gruppe folgt


dunkle Lavaströme gen Tal


Skistation // Reste

Runter ging es schneller als hoch: Der Schnee konnte hervorragend abgerutscht werden (hinsetzen, runterrutschen und mit dem Pickel Richtung/Geschwindigkeit kontrollieren) und der Vulkanschotter war so angenehm rutschig, dass selbst riesige Schritte nicht auf die Knie gingen. Die letzten 400 Höhenmeter bin ich runtergejoggt und nach weniger als eineinhalb Stunden war ich wieder unten. Dort wurde ich von einer Familie aus La Serena (im Norte Chico, also nördlich von Santiago) in ein Gespräch verwickelt, was ich schamlos ausnutzte, um nach einer Mitfahrgelegenheit zu fragen. Unglaublich, wie gut es sich trampen lässt! Diesmal war jedoch schneller wieder Schluss als mir lieb war: Mitten im Gespräch wurden wir angehupt: Der Wagen verlor Öl. Ich ließ mir diese hervorragende Gelegenheit natürlich nicht entgehen und war schneller unter dem Auto als mein Fahrer schauen konnte. Tatsächlich, da spritzte es fröhlich aus der Ölwanne heraus. Schotter lässt grüßen und ich freue mich wieder und wieder über den massiven Unterbodenschutz unseres Campers. Pucon war noch gute 20 Kilometer entfernt, aber eine Lösung war schnell gefunden: Mit dem Schraubenzieher kräftig Taschentücher bzw. auf meine Anregung hin Plastiktüten in die Ölwanne pulen, damit nicht mehr soviel rausläuft! Dann regelmäßig ein Literchen nachkippen und es ist getan. Um drei Uhr war ich somit wieder in Pucon und hatte meine Vulkanbesteigung… für 16.000 Pesos, ausgezeichnet (:

Parque Nacional Huerquehue

Am Ende stand noch der P.N. Huerquehue auf dem Programm. Vier Tage wandern: Zwei Tage hin, eine Nacht heiße Quellen, zwei Tage zurück. Zunächst bekamen wir einen erneuten, diesmal inversen Kulturschock: Im morgendlichen Bus trafen wir auf eine riesige deutsche Reisegruppe, straff organisiert: der Bus morgens war so voll, dass eine zweiter kam, außerdem wollte die Gruppe nachmittags zurück… Zitat: ‘Der Bus fährt heute Nachmittag um 17:10, wir sollten lieber alle um 16:30 zurück sein, damit wir vorne in der Schlange sind.’
Aber die Tagestouristen konnten uns nicht abschrecken und wir liefen fünf Stunden durch den Wald, bevor wir am Camping ankamen. Klingt langweilig? Ja, war es irgendwie auch… nicht, dass der Wald mit all den kleinen Seen nicht hübsch gewesen wäre, aber wir haben einfach zuviele Highlights gehabt, als dass uns das hätte beeindrucken können. Am Camping konnten wir uns abends immerhin am Feuer erwärmen, da es vernünftige Feuerstellen gab. Sehr schön!


am Lago Tranquilco, Tourstart


ebendieser von oben


Seen säumen den Weg

Der Folgetag war ähnlich (Wald, Lichtung, Wald, See, Wald, angekommen). Die Vegetation war wesentlich brachialer als zuvor (Dornen, Bambusspitzen, Araukanien, Brennesseln, Kletten), aber diesmal wurden wir am Ende des Tages mit Thermen belohnt, 20 Meter vom Zelt entfernt. Yippie! Das Wetter spielte zwar nicht ganz mit – eigentlich war feucht und kalt angesagt, tatsächlich war es sonnig warm. Aber da es insgesamt fünf natürliche Becken von >42° bis ~10° gab, war das in Ordnung. Außerdem konnten wir uns unter dem Sternenhimmel treiben lassen… schön.
Das vorhergesagte schlechte Wetter kam dann auf dem Rückweg, nachdem wir etwa eine Stunde gelaufen sind. Erst ein paar Tropfen, dann begann es richtig… und sollte nicht mehr aufhören. Im Eiltempo bauten wir eineinhalb Stunden später das Zelt auf und hofften auf Besserung. Was wir stattdessen bekamen war Wasser: von oben und von unten. Dieses beschissene Zelt… wir haben schon eine Gewebeplane über die Mitte gespannt, trotzdem kommt überall Wasser rein. Am nächsten Morgen war alles klamm bis nass und wir versuchten erst gar nicht, irgendetwas trocken einpacken zu können. Der Regen ging weiter und nach einer Stunde des laufens entschied sich der Himmel, die Schleusen völlig zu öffnen. Hurra, das schafft auch die Regenjacke nicht mehr!  Der Weg verwandelte sich in einen braunen, schlammigen Fluss und ich freue mich immer und immer wieder über die massiven, dichten Bergstiefel. Die Schuhe und der Sturmkocher sind die einzig zuverlässigen Ausrüstungsstücke… da trage ich doch gerne 1 kg pro Fuss mit mir umher.


unsere Nachbarn hatten das Handtuch geworfen


wie Inseln im Meer…

Wir waren letztlich viel zu schnell im Tal. Wo auch Pause machen? Der Bus wäre zwei Stunden später gefahren und ich dachte mir grade, dass Trampen angesichts des nicht existierenden Verkehrs keine Option wäre – als hinter uns ein Pick-Up auftauchte. Hand raus, angehalten, 30km mitgefahren und bei Sonnenschein in Pucon ausgestiegen. Schneller, gemütlicher und billiger als der Bus!

Nach einem letzten Abend mit Christian und Nana, die uns köstlich bekochten (Kürbisrisotto und zum Nachtisch Pfannkuchen mit frischen Brombeeren), machten wir uns auf die 800 km lange Fahrt nach Santiago. Was soll da groß erzählen? Wir sind auf die Autobahn draufgefahren, haben zweimal an der Raste geschlafen und sind vor Santiago von der Autobahn abgefahren. Dann folgen 20 km Stadtfahrt in Santiago, für die wir über eine Stunde brauchten – dementsprechend ‘durch’ war ich, als der Wagen vorm Hostel stand. Der krönende Abschluss war der Rückwärtsgang, der 5 Meter vor dem Parkplatz seinen Dienst versagte. Großartig, Getriebeschaden? Wohl nochmal Glück gehabt, es ist ‘nur’ das Scharnier des Schaltgestänges gebrochen (oder wie man das sonst beschreibt). Da ich ja mittlerweile weiß, wozu was da ist, konnte ich es selber wieder dranpfriemeln… jetzt mal sehen, wie wir das Problem lösen. Aber erstmal bleibt der Wagen stehen und wir machen uns auf und ziehen durch die Straßen von Santiago und Valparaiso. Außerdem lege ich die digitale Knipse erstmal weg und packe meine drei analogen aus… Cora muss übernehmen ;)

[flo]

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