Zur Vergangenheit und Gegenwart

Nicht viel von Santiago… nur ein paar Worte zu der Vergangenheit und der Gegenwart.

Wir waren gestern in der Villa Grimaldi. Das ist ein damals enteignetes Gelände, das die DINA (der Geheimdienst unter Pinochet) genutzt hat um Kommunisten, Gewerkschafter, Allende-Unterstützer, Sozialisten, Gewerkschafter etc. zu inhaftieren, zu foltern und zu exekutieren. Die Leichen wurden in Hubschrauber verladen, mit Eisenbahnschienen beschwert und über dem Pazifik ins Meer geworfen. Gleichzeitig wurden Angehörige nicht benachrichtigt, sodass die auf der Straße hinhaftierten von einem auf den anderen Moment verschwanden. Ich will nicht weiter ins Detail gehen, das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist etwas anderes.

Im ‘Gästebuch’ zu dem Gelände (es ist die wichtigste Gedenkstätte und wird jedes Jahr von 7000 Besuchern, davon etwa die Hälfte Chilenen besucht – soviel zur hiesigen Auseinandersetzung und Aufarbeitung mit der Militärdiktatur) war ein Kommentar von letztem Jahr, den ein Bochumer hinterlassen hatte. Darin hieß es sinngemäß, dass es unglaublich ist, dass es in den 70ern noch solche Grausamkeit geben konnte.

Jonathan Litell, Autor des ungewöhnlichen Buches ‘Die Wohlgesinnten’, hat einen bemerkenswerten wie auch beängstigenden Bericht verfasst, der hier nachzulesen ist. Es gibt kein Ende der Geschichte und die Grausamkeiten der 70er existieren heute genauso. Schaut nach Syrien, schaut nach Homs.

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