Allgäuer Alpen

Nachdem ich mir Vuescan zugelegt habe, kann ich gleichzeitig scannen UND den Computer benutzen, also nutze ich die Gelegenheit, um ein paar Bilder zu präsentieren. Ende Juli ging es endlich wieder in die Berge. Mit Paddy startete ich viel zu früh am Montag morgen Richtung Oberstdorf. Eigentlich wollten wir bereits ein Tag zuvor fahren, aber da der Wetterbericht apokalyptische Zustände vermeldete, verzichteten wir darauf. Alles richtig gemacht, denn als wir in Oberstdorf ankamen hingen zwar noch einige graue Wolken in den Bergen, der mehrstündige Aufstieg verlief aber regen- und vor allem gewitterfrei. Die erste Hütte war die Rappenseehütte, ein Monstrum mit Platz für einige hundert Leute. Urig ist was anderes, aber gemütlich war es trotzdem und die Hüttenwirte waren ausgesprochen freundlich und humorvoll. So muss das sein. Wir hatten eine wunderschöne Sicht ins Tal und am nächsten morgen allerbestes Wetter, auch wenn es bitter kalt war.


Beim Aufstieg auf die Hütte


Essen fassen… lecker Reispampe

Uns erwartete dann der Heilbronner Höhenweg, ein teilweise versicherter, alpiner Weg, der vor allem auf der Südseite des Hauptkamms verlief und uns herrliche Blicke auf die österreichische Bergwelt, vor allem die Lechtaler Alpen bot. Trotz gemütlichem Tempos waren wir recht flott – wir waren beide fitter als gedacht. Genug Zeit um einige Fotos zu machen… ich war diesmal nur mit der Bronica SQ-A, dem dazugehörigen Weitwinkelobjektiv und endlich einem vernünftigen Belichtungsmesser unterwegs. Und einige der gecrossten Bilder gehören jetzt schon zu meinem Lieblingen. Allerdings ist das auch der schönste Film, den ich bisher gecrosst habe. Von der Belichtung sehr gutmütig und von den Farben überragend. Kleiner Exkurs: Crossen bedeutet, dass man (meistens) einen Dia-Film nicht in E6-Chemie (für Dias) entwickelt, sondern in C41-Chemie (für Farbnegativ-Filme). Dadurch ergeben sich mehr oder weniger heftige Farbverschiebungen, Kontrasterhöhungen und mehr. Das kann gut aussehen, muss aber nicht… ein paar Filme sind außerordentlich gut geeignet, eben der benutzte Kodak Ektachrome EPL 400x, aber auch der Agfa Precisa CT 100 oder der Kodak E100VS.


wahrscheinlich mein Favorit der letzten Wochen… Ausblick auf den nächsten Teil des Höhenwegs


blumige Zustände vorm Joch Richtung Kemptner Hütte

Nach einigen An- und Abstiegen (der Höhenweg ist im Mittelteil eine herrliche Gratwanderung) erreichten wir nachmittags die Kemptner Hütte und schwitzten und froren abwechselnd, je nach Wolkenlage. Es war ganz lustig, die Wanderer zu beobachten, die den E5-Wanderweg von Oberstdorf nach Meran machen. Teilweise völlig überausgerüstet und irgendwie seltsam motiviert. Aber das mussten sie ja auch sein, schließlich erwartete sie am Folgetag eine 23-km-Etappe. Der dritte Tag brachte erneut bestes Wetter und so entschieden wir uns für die Besteigung des Großen Krottenkopfes. Eine steinige Sache, das ganze… aber es hat sich gelohnt. Die Aussicht war hervorragend, in der Ferne sah man sogar den Bodensee glitzern. Wir verbrachten eine gefühlte Ewigkeit auf dem Gipfel, telefonierten, faulenzten und stiegen irgendwann Richtung Barth-Hütte ab, in der Erwartung, dort in ein oder zwei Stunden anzukommen. Doch bitter getäuscht… es war mal wieder sehr typisch: Man läuft bis zu einer Biegung… dann kommt dahinter die nächste. Und nach der die nächste. Und nach der die nächste. Und irgendwann sieht man die Hütte – weit entfernt. Also dauerte es etwas länger, bis wir entnervt dort ankamen. Damit war unsere Tour schon beendet, der nächste Tag brachte den Talabstieg. Dafür bekamen wir abends nochmal gut was geboten: Der Hüttenwirt entschied sich, ein wenig Partystimmung zu verbreiten, holte das Akkorden raus und teilte Liedbücher aus… wir konnten nicht schnell genug flüchten und wurden zum Mitsingen genötigt. Ich wusste gar nicht, dass ich sowas einigermaßen kann… vielleicht war das die Angst vor der Blamage, die meine Stimme in die richtigen Höhen trieb. Wie auch immer, kurz nachdem der Wirt den ‘Befruchtungswalzer’ ankündigte, seilten wir uns unauffällig ab und verschwanden im Lager, um am nächsten Morgen viel zu früh aufzustehen und einen hässlichen Fahrweg bis ins Tal zu rennen. Zur Belohnung hab ich dann soviel gegessen, dass der Hunger der vergangenen Tage in Übelkeit gewandelt wurde. Ich vergaß zu erwähnen, dass wir ‘ultraleicht’ gepackt hatten? Ein wenig zu leicht…

Die Bilder sind der erste (halbe) Film. Insgesamt habe ich zwei weitere verschossen, die ich nach und nach scanne und hochlade. Also werd ich ganz gemütlich Stück für Stück hochladen. Der Winter ist schließlich lang und ereignislos…

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