Peninsula Valdes, Camarones und das Cabo Dos Bahias

Es ist viel passiert, seit unserem letzten Eintrag vor inzwischen schon einer Woche. Nachdem unser Reifen wieder ganz war ging es, wie ja schon im letzten Bericht geschrieben, nach Puerto Madryn an die Atlantikküste.

Nach 1 1/2 Tagen dort, die wir mit Batterie kaufen, Lebensmittel kaufen, und Bank, Tankstelle, Apotheke, Internet etc. suchen verbracht haben, ging es rüber zur Peninsula Valdes. Das ist ein Naturschutzgebiet das von der UNESCO als Welt(natur)erbe ausgezeichnet wurde. Es ist eine Halbinsel an deren Küsten alle möglichen Meeresbewohner leben oder sich fortpflanzen oder ihre Jungen aufziehen. Der riesige Campingplatz von Puerto Pyramides, der zu dieser Jahreszeit ziemlich leer ist, ist direkt am Strand gelegen. Hier gab es viele Katzen, die neidisch auf unseren leckeres Fisch-Essen geschaut haben. Und unseren Müll durchsucht haben…

Am ersten Abend haben wir uns gleich aufgemacht vom 5km entfernten Punto Pyramides den Sonnenuntergang anzuschauen. Hier gibt es eine Seelöwenkolonie. Außerdem schwammen vor der Küste in der Bucht Wale rum. Hier heißen sie “Ballena Franca Austral” und ich habe leider die deutsche Bezeichnung vergessen. Die schwimmen so nah am Ufer, dass man sie mit bloßem Auge sieht. Aber es gibt hier auch eine große Masse an Wahle-Watching-Anbietern. Meistens sieht man allerdings nur Teile von ihnen: Kopf, Flosse oder Blast, das ist der Luftausstoss am Rücken. Zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs schwammen hier zwei Exemplare an der Küste lang. Der Eindruck der großen Wale in Kombination mit der untergehenden Sonne über dem Meer war atemberaubend.

Leider ist es hier so, dass es tagsüber recht warm ist, aber sobald die Sonne weg ist ziemlich kalt wird. Wir hatten uns zwar eigentlich darauf eingerichtet, die 5km im Dunkeln zurück zu laufen, aber es war dann doch recht frisch und so waren wir froh, dass uns ein spanisches Ehepaar mit zurück ins Dorf genommen hat. Am nächsten Tag haben wir uns nach einem ausgedehnten Frühstück aufgemacht die Insel zuerkunden. Mit unserem Auto sind wir dazu über die Schotterpisten bis auf die andere Seite der Halbinsel gefahren. Am Punto Cantor ist man direkt am Atlantik. Hier gibt es eine Seelöwenkolonie (?) und, wie uns gesagt wurde, wenn man “ganz viel Glück hat” auch ein paar jagende Orcas. Kurz gesagt: Wir hatten Glück! Gleich drei Orcas schwammen am Strand entlang in der Hoffnung, dass durch Strömung und Unachtsamkeit ihnen eine “Robbe” vors Maul schwimmt. Einmal wäre es ihnen auch fast geglückt, aber die Robbe ist entkommen und die Enttäuschung bei den zuschauenden Touristen war deutlich zu hören.

Weiter ging es ein paar Meter zu einer kleinen Pinguinkolonie. Wir darauf eingestellt, die Pinguine weit entfernt zu sehen, schauten immer runter an den Strand, zu den Seelöwen und Robben und merkten erst gar nicht, dass direkt vor uns, hinter der Absperrung uns ein Pinguin vorwitzig ansah. Ein paar Meter weiter saßen dann noch mehr, die sich scheinbar gerne den Kameras der vielen “Schaulustigen” aussetzten.

Weiter ging es über Schotter an den Punta Norte. Dort gibt es eine Seeelefantenkolonie. Ehrlich gesagt, sind diese ganzen Seeelefanten, Seelöwen und was es da noch an Robben-Ähnlichen Tieren gab relativ langweilig, wenn sie da faul am Strand rumliegen, und da es hier auch weder Orcas noch Wale gab, war dieser Punkt trotz toller Aussciht auf den Atlantik und eine eindrucksvolle Brandung nicht so spannend. Auf dem Rückweg ging es noch mal zum Punto Pyramides zum Sonnenuntergang. Heute zeigte sich aber nur ein einzelner scheuer Wal, dafür war der Sonnenuntergang umso eindrucksvoller.

Von den Meeresbewohnern haben wir einige gesehen, von den ganzen Tieren an Land, die es hier angeblich geben soll, haben wir aber nur Guanakos, Eidechsen und ein paar Spinnen gesehen.

Keine Nandus, Gürteltiere oder Maras. Am nächsten Morgen haben wir uns dann von der Peninsula verabschiedet und sind, nach einem Zwischenstopp am Besucherzentrum (Luxustoiletten und Internet), wieder zurück zur Ruta 3 gefahren.

[cora]

Auf der Ruta 3 ging es durch ebene Pampalandschaft stetig weiter nach Süden. Nach 300km ging es nach Camarone ab und siehe da – schlagartig veränderte sich die Landschaft, die öde, flache Leere der patagonischen Steppe wich den Hügelketten rund um Camarone.

Dort angekommen blieben wir eine Nacht in der Stadt und fuhren am Morgen drauf nach Cabo Dos Bahias, einem Naturschutzgebiet an der Atlantikküste. An Bord hatten wir noch drei Mitreisende, einen Deutschen, einen Argentinier und eine Franzosin. Nachdem Camarone abseits der normalen touristischen Pfade liegt, gibt es auch keine Busse, die ans Kap fahren. Also haben wir die 30km Schotterpiste zu fünft absolviert – und hatten Glück, denn mit einer Person mehr hätten wir zurück nach Camarone fahren müssen, um uns einen Guide zu besorgen. Warum auch immer. Das Schutzgebiet bestand vor allem aus einem spektakulären Küstenabschnitt. Rote Felsen, dazwischen kleine Buchten, überragt von den geschwungenen grünen Hügelketten, auf denen unzählige Guanakos herumstreiften.


Unser ursprünglich auserwählter Campingplatz… durften aber nicht.

Das Highlight des Nationalparks ist der Pinguinpfad, ein Weg, der an der dortigen Pinguinkolonie (etwa 900 Paare) vorbeiführt.

Danach ging es noch zum tatsächlichen Kap, die letzten zwei Kilometer zu Fuß, nachdem wir das unserem Wagen nicht mehr mit fünf Personen zumuten wollten. Gut so, denn die Landschaft war zu schade, um einfach nur durchzufahren. Die Landschaft war wunderschön und wir saßen bestimmt eine Stunde auf einem der Felsen, um uns die Umgebung anzusehen. Mein kleines Highlight war eine winzige Einbuchtung, in die die Wellen so reingedrückt wurden, dass die Gischt einige Meter hoch spritzte. Als ich davor saß und der Brandung zusah, kam eine Robbe in die Bucht, tauchte inmitten der tosenden Wellen auf, guckte mich einige Sekunden an und verschwand wieder. Ursprünglich wollten wir im Park übernachten, aber wie schon einige Male zuvor erwies sich die lokale Infrastruktur als eher touristenunfreundlich, sodass wir den Park abends wieder verlassen mussten. Gelegenheit für uns, die anderen drei wieder mit zurückzunehmen, da sie von denen, die ihnen die Mitfahrt versprochen hatten, zurückgelassen wurden. Sind ja nur 30km Niemandsland.
Kurz vor Camarone haben wir dann den Playa Elola genutzt, um am Rand des Strandes die Nacht zu verbringen. Unser Auto war mit der Frontscheibe Richtung Osten geparkt und wir haben nicht, wie sonst üblich, den Vorhang nach vorne zugezogen. Irgendwann nachts kam mir, dass wir ja den Sonnenaufgang sehen müssten. Augen aufgemacht, rausgeschaut – und vor uns ein unglaubliches oranges Leuchten, blau unterlegt vom Atlantik.


Am Playa Elola


Unser Strandpanorama

Am kommenden Tag ging es dann wieder weiter – immer Richtung Süden. Das war vorgestern, aber was dann passierte kommt erst noch, denn wir sind mittlerweile wieder seit geraumer Zeit an der Tankstelle und wollen weiter ;)

[flo]

schöne Grüße vom Atlantik, wünschen Schaf und Igel!

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3 Responses to Peninsula Valdes, Camarones und das Cabo Dos Bahias

  1. Flo H. says:

    Hey ihr,
    ich lese aufmerksam euren Blog und freu mich immer wenns was neues gibt!
    Man kann euch wirklich beneiden was ihr da alles seht und erlebt.
    Genießt die Zeit!
    Viele Grüße,
    Flo

  2. bekl says:

    Moin.
    Was ich auch toll finden würde, wenn man Eure nächsten Reiseziel wüsste.
    Dann kann man es auf einer Karte verfolgen.
    Ansonsten… Hut ab!!! SEHR schöne Berichte.
    Gruss Bernd

  3. Eva says:

    Hallo ihr,
    ich wollte euch liebe Grüße schicken und… wirklich toll was ihr alles seht!!
    Und die Fotos sind einfach atemberaubend… auch auf deinem Fotostream Flo… :)
    Herzliche Grüße (aus dem jetzt schon sehr weihnachtlich werdenden Nürnberg…),
    Eva

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