Ushuaia, Feuerland

Ushuaia! Wir sind nach etwa 5.200km Fahrt angekommen in der südlichsten Stadt der Welt, in nur etwas mehr als 1000km Entfernung zum antarktischen Kontinent. Dementsprechend frisch ist es, aber trotzdem freuen wir uns, unser erstes “Ziel” erreicht zu haben. Der Wagen startet auch wieder, nachdem wir ihm die vier defekten Glühkerzen durch neue ersetzt haben. Ein schönes Gefühl… die Werkstattsuche war interessant bis frustrierend und endete damit, dass Mercedes uns wegschickte, da sie angeblich keinen Mechaniker hätten, der das alte Auto noch kennt. Wir haben es dann in einer eher schäbigen Chevroletwerkstatt machen lassen und staunen noch immer über das Preisniveau hier. Aber so langsam gewöhnen wir uns dran, dass so ziemlich alles teurer ist als zuhause. Das haben wir uns etwas anders vorgestellt.

Ushuaia mit den umliegenden 1000ern

Bergsteigerträume…

Die ersten Tage in Ushuaia verbrachten wir auf einem Campingplatz an der Stadtgrenze, zwischen Franzosen, Schweizern und anderen Weltenbummlern. Klingt trostlos, ist es aber nicht: Die Stadt schmiegt sich an die ins Meer abfallenden Berge und von hier oben überblicken wir einen Teil Ushuaias, des Beagle-Kanals und der Isla Navarino, die dahinterliegend schon wieder zu Chile gehört. Meistens wunderschön, heute eher trist, nachdem es in verschiedenen Stärken durchgehend regnet. Feuerland zeigt sich von allen Seiten, oft aber von der grauen.


Gut, dass auch Wolken ihre schönen Seiten haben

Die letzten drei Tage waren wir dann im Parque National Tierra del Fuego. Ein Trauerspiel, die Nationalparks… ein bisschen laufen ist schon drin, aber ernsthaft wandern gehen kann man knicken. Dafür lässt sich alles mit dem Auto abfahren… prima. Gefallen hat es uns trotzdem, wir hatten die erste Nacht einen wunderschönen Schlafplatz und der ‘Regenwald’ ist wunderschön.

Großartiger Zeltplatz… mit viel Glück, trotz vorhergesagtem Dauerregen riss morgens die Wolkendecke auf

Flauschiger Farnboden

Schopfkarakara, der ständig um unseren Bus rumhüpfte. Lustig angesichts der Tatsache dass wir am Tag zuvor eine Wanderung gemacht haben und dabei eine Gruppe Briten trafen, die mit Teleskopen einen 2 km entfernten Karakara beobachteten und völlig aus dem Häuschen waren.

Nationalparkslandschaft nahe dem Stellplatz

Überhaupt, Wald! Nach Wochen der Steppe ist Wald ein wunderschöner Anblick. Unterbrochen wird der Wald in aller Regelmäßigkeit von toten Baumgerippen. Beste Idee, Biber nach Feuerland zu importieren, um Biberfelle exportieren zu können. In den letzten 60 Jahren stieg die Population von 50 auf 250.000 Biber an und ohne natürliche Feine nagen sie sich nun unaufhaltsam durch die Wälder Feuerlands. Dezimiert werden sie lediglich von hungrigen Touristen, die mit Biberbraten den Umweltschutz unterstützen wollen. Rettet den Wald, esst mehr Biber!


Biberauswirkungen von oben…

…und von unten

Morgen früh werden wir endlich aktiver, schnappen uns unsere Rucksäcke und machen den Paso de Oveja-Trek. Mit einigen Seitentouren dehnt sich der von zwei auf vier Tage aus und führt uns über gute 45km in und durch die Täler hinter Ushuaia. Keine 15 Kilometer von der Stadt entfernt geht es dann durch die Wildnis – und das ist kein abgedroschenes Schlagwort. Ich gehe davon aus, dass wir uns den Weg durch das Hinterland selber suchen müssen, nachdem die Gegend dort bereits unbewohnt und unbewirtschaftet ist. Ein Weg soll zwar existieren, aber die Meinungen zu der Begehbarkeit divergieren. Außerdem ist für morgen Nacht eine Temperatur von etwa zwei Grad über Null vorhergesagt – perfektes Zeltwetter! Aber nachdem Coras Schlafsack mir schon auf 5000m bei Minusgraden gute Dienste erwiesen hat, lässt sich das schon durchstehen. Mal sehen, wie mein Drei-Jahreszeiten-Schlafsack – der zweite, den wir dabei haben – sich dabei so macht.

Nächstes Wochenende gibt es den Bericht und die Bilder – bis dahin zittern wir uns durch die Täler Feuerlands. Abschließend reichen wir noch ein paar Bilder der letzten Woche nach.

[flo]


Schiffbruch auf dem Lago Fagnano…

…und am dazugehörigen Strand

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2 Responses to Ushuaia, Feuerland

  1. Paddy says:

    Hey… ich bins nochmal – ihr scheint da ein Spam-Problem auf eurem Blog zu haben! …unter den Kommentaren ist jeder zweite von irgendwelchen Spam-Bots (sieht man daran, dass ein Klick auf die Namen auf dubiose Websites führt). Schaut mal, ob es für WordPress irgendwelche Captcha-Plugins gibt oder so (dann muss man nen Text aus nem Bild abtippen beim Kommentieren).
    Seltsamerweise werden diese Spam-Kommentare sogar angezeigt, ohne, dass ihr sie absegnet – oder? … vllt nutzten die irgendwelche Sicherheitslücken in eurer WordPress-Version aus – hab schon öfter gehört, dass sowas gemacht wird. Bei mir hats (zu da-kruh-Zeiten) damals geholfen, meine Seite von Google auszuschließen, dann haben die Spam-Bots die Seite nicht mehr gefunden (sucht mal nach “robots.txt”, wenn ihr das wollt). Und evtl. mal WordPress updaten…

    lg Paddy

  2. flo says:

    hey,
    ja, habs schon gemerkt und bin etwas genervt… aber bei google wird die seite gar nicht gefunden. werd evtl zum freischalten übergehen…
    btw, you got mail! (:

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